Technologie

Zukunftstrend Smart Farming

Ganzheitliches System macht Landwirte zu Digitalpionieren

Ob Wetter-Vorhersage auf dem Smartphone, Gemüsezucht per App oder datenbasiertes Ernte-Management: Die Landwirtschaft wird digital – und Bauern wie Herstellern eröffnen sich ganz neue Geschäftsfelder. Stichwort: Smart Farming.

Laut Digitalverband Bitkom ist bisher nur jeder zweite Landwirt in Deutschland mit moderner Technologie vertraut. Die andere Hälfte kämpft mit veralteten Systemen – oder nur rudimentär digitalisiert – gegen den globalen Wettbewerb.

Agrar-Experten sind überzeugt: Landwirte stehen in Zeiten der Globalisierung bei der Bewerkstelligung ihres Betriebs vor immer größer werdenden Herausforderungen. Dabei müssen sie sich nicht nur auf dem exportfreudigen Weltmarkt behaupten, sondern unterliegen auch den steigenden Auflagen und Nachweispflichten gegenüber dem Gesetzgeber

Zettel und Stift danken ab
Einfach nur Getreide anbauen und Kühe melken – das war einmal. Heute erschweren die fortschreitende Globalisierung und neue EU-Reformen in der Agrarpolitik (GAP) das Leben der Landwirte. Letztere äußern sich vor allem in einer strikten Nachweispflicht – der sogenannten Cross Compliance (CC) – an die GAP.

Um nicht gegen den strengen Umweltschutzstandard zu verstoßen, sind Landwirte aufgefordert, unter anderem ihre Düngemaßnahmen, Futter- oder Arzneimitteln zu dokumentieren. Auch die Kommunikation zwischen Bauern und ihren Mitarbeitern, Partnern sowie Lieferanten wird immer komplexer, wenn es zum Beispiel um die Verteilung von Arbeitsaufträgen geht. Stift und Zettel reichen da schon längst nicht mehr aus.

 

Digitalisierung macht Landwirtschaft effizienter
Während neue Technologien wie etwa optische Sensoren helfen, Wälder sowie Äcker effizienter und ressourcenschonender zu bewirtschaften, Schädlinge gezielter zu bekämpfen und das Pflanzenwachstum besser zu kontrollieren, unterstützen digitale Lösungen schon heute die Landwirtschaft bei der automatischen Dokumentation und Prozessoptimierung.

„Mit Smart-Farming-Technologien lässt sich die Landwirtschaft heute transparenter machen. So kann der Verbraucher genau verfolgen, wo die Kartoffel auf dem Teller herkommt, aus welchem Saatgut und mit welchem Dünger sie entstanden ist. Er kommt dadurch wieder näher ans Produkt und den Produzenten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Umfassende Systemlösung hilft, Prozesse zu optimieren
Doch scheint es angesichts der zahlreichen Maschinen, Programme und Apps gar nicht so einfach zu sein, den Überblick zu behalten. De facto muss eine große Datenmenge, die aus verschiedenen digitalen Messsystemen generiert wird, auch richtig analysiert und verarbeitet werden. Das Dilemma: Bisher gab es lediglich Einzellösungen für einen klar definierten Produktionsbereich. Eine Herausforderung, der sich 365FarmNet, Europas große und mehrfach ausgezeichnete Software für das gesamte Farmmanagement, stellen möchte.

Ein ganzheitliches, modulares System soll ermöglichen, die Datenmenge im Betrieb zu managen, zu filtern und den Informationszugriff zu optimieren. Landwirte haben dann „365 Tage im Jahr ein Gesamtsystem, das sie in all ihren Prozessfragen unterstützen kann“, so Maximilian von Löbbecke, Geschäftsführer von 365FarmNet.

Das Ziel der herstellerunabhängigen Plattform ist es, aus den selektierten Daten für Bauern sinnvolle Handlungsempfehlungen – wie etwa ein effizienteres Düngemittel zu nutzen oder den Dieselverbrauch zu reduzieren – abzuleiten. Zusätzlich können Probleme schneller und effizienter analysiert und behoben werden.

Wie funktioniert Farmmanagement?

Optionale Apps sollen die Kommunikationswege zwischen den Landwirten und ihren Angestellten verkürzen, aber auch vereinfachen. Praktisch: Die Plattform ist derzeit in fünf Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch und Bulgarisch.

Behobene Erntefehler können die Landwirte ganz einfach im System als erledigt verbuchen. Die Software erfasst dabei automatisch, welches Feld zu welchem Zeitpunkt von welchem Mitarbeiter mit welcher Maschine abgeerntet wurde. Mit dieser Dokumentationsmöglichkeit können Prozesse optimiert, Zeit und Ressourcen gespart sowie Fehler vermieden werden.

Über die Einbindung von Partner-Apps will 365FarmNet alle für die Betriebsführung notwendigen Funktionen abdecken – von der Anbauplanung bis zur Ernte, vom Schlag bis zum Stall, von der Dokumentation bis zur Betriebsanalyse.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit The Business Debate Korrespondenten Dr. Martin Roos und unserem Interviewpartner Maximilian von Löbbecke, Geschäftsführer von 365FarmNet, gefilmt.

 

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