Finanzen

Veraltete IT

Deutschlands Banken hinken hinterher

Bei der Bank von morgen kommt es nicht mehr auf das Filialnetz an. Bis 2020 werden 95 Prozent der Transaktionen digital sein. Die Dringlichkeit des Themas haben die Geldhäuser erkannt. Doch sie handeln nur zögerlich.

Es ist ein geradezu vernichtendes Urteil, das Branchenexperten Deutschlands Banken ausstellen: „In keinem anderen Land fiel das Wachstum der Finanzinstitute seit 2004 so schlecht aus“, lautet das Fazit einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company vom vergangenen Jahr. In puncto Wachstum und Eigenkapitalrendite hinken sie im internationalen Wettbewerb seit Jahren hinterher. Besonders groß ist der Abstand zu den USA: „Kommt zwischen New York und San Francisco der Eindruck auf, die Finanzkrise 2008 sei nie geschehen, müssen die Kreditinstitute hierzulande unverändert kämpfen“, so die Autoren.

Was können die Banken tun, um nicht weiter die rote Laterne tragen zu müssen? Die wichtigste Stellschraube, um Kosten nachhaltig zu senken und die Ergebnisse signifikant zu verbessern, sind Automatisierung und Digitalisierung. „In den kommenden Jahren wird die Digitalisierung von Kernprozessen in Verbindung mit neuen Entwicklungen bei künstlicher Intelligenz und Robotik das Bankgeschäft deutlich verändern“, prognostizieren die Experten von Bain.

Veraltete Technik bei deutschen Banken
Das Problem dürften die meisten Bankhäuser inzwischen erkannt haben. Bislang reagieren viele jedoch nur sehr zögerlich, wenn es um die Modernisierung veralteter Technik geht. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung ZEB von 2016 unter rund 250 Managern aus 70 Geldhäusern in Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht nur jede fünfte Bank hohen Handlungsbedarf bei der Überarbeitung der IT-Systeme. Vor allem das Zusammenspiel zwischen IT und den Fachbereichen und das Austauschen der IT im laufenden Betrieb seien große Hürden.

Hinzu kommt: Die Ansprüche der Kunden wandeln sich rasant. Heute geht es nicht mehr darum, wie weit die nächste Filiale entfernt oder wie sympathisch der Berater hinter dem Tresen ist. Beispielsweise wird der Anteil digitaler Transaktionen bei Banken bis 2020 auf bis zu 95 Prozent steigen, zeigt eine weitere Bain-Studie. „Lernen können die traditionellen Banken von den Fintechs, denn ihnen geht es vor allem darum, den Mehrwert für den Kunden zu erhöhen“, sagt Michael Heffner, Vice President Financial Services beim US-Softwareprovider Appian. Nicht ohne Grund würde die US-Bank Goldman Sachs heute mehr Softwareentwickler beschäftigen als das soziale Netzwerk Facebook.

Einen Weg für Banken, die digitale Transformation zu meistern und das Wachstum anzukurbeln, bietet die Low-Code Plattform von Appian. Damit können Geldhäuser leistungsstarke Unternehmensanwendungen entwickeln. Ein großer Vorteil liegt in der Geschwindigkeit: „Laut Appian-Kunden beträgt die mediane Zeit zur Produktionsversion weniger als drei Monate – die schnellste Zeit unter allen untersuchten Anbietern“, lautet das Fazit einer Gartner-Studie.

Mithilfe solcher Technologien haben Deutschlands Banken es also selbst in der Hand, sich in internationalen Vergleichen an die Spitze zu setzen.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit The Business Debate Korrespondenten Ralph Szepanski und unserem Interviewpartner Michael Heffner, Vice President Financial Services bei Appian, gefilmt.

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