Social Challenges

Soziale Netzwerke Revolutionieren Das Recruiting

Fachkräftemangel: Der Wettkampf um die besten Köpfe

Soziale Netzwerke statt Tageszeitungen, PDF statt Bewerbungsmappe: Die Digitalisierung verändert vieles – auch die Jobsuche. Traditionelle Kanäle zur Personalbeschaffung danken ab und werden durch neue digitale Rekrutierungmethoden ersetzt. Der Wettstreit um die besten Köpfe ist eröffnet.

„Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, ist Anpassung gefragt. Das gilt für Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle auf den neuesten Stand bringen müssen. Das gilt aber genauso für Arbeitnehmer“, sagt Michael E. Heinz, Präsident des Bundesverbandes der Dienstleistungswirtschaft. Denn Fakt ist: Unser Arbeitsmarkt erfährt im Zuge der Digitalisierung den größten Umbruch seit der industriellen Revolution.

Gründe dafür liegen zum einen in der demografischen Entwicklung sowie den Fachkräften, die für fast 1,1 Millionen unbesetzte Jobs fehlen (Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im dritten Quartal des vergangenen Jahres).

Offene Stellen sind schwer zu besetzen
Heißt im Klartext: Die Arbeitsplätze sind da, allerdings profitieren nicht alle Jobsuchenden von der hohen Nachfrage am Arbeitsmarkt: Denn gesucht werden in allen Branchen fachkundige Experten, die mit den neuesten technologischen Anforderungen und dem Know-how ihres Tätigkeitsfeldes bestens vertraut sind.

Dieser Mangel an Fachkräften hat weitreichende Folgen. Immer häufiger signalisieren Arbeitgeber, dass ihnen die Besetzung offener Stellen zunehmend schwerer fällt. Eine Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) aus dem Jahr 2016 zeigt, dass vakante Stellen aus allen Berufsgruppen im Schnitt bis zu 95 Tage unbesetzt bleiben.

Die großen Verlierer sind dabei die mittelständischen Unternehmen, die wegen fehlenden Personals ihre Aufträge ablehnen müssen. Dadurch entgehen dem deutschen Mittelstand laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hochgerechnet rund 53,4 Milliarden Euro im Jahr.

Zudem wissen inzwischen auch Fachkräfte selbst, dass sie in vielen Branchen rar gesät sind und stellen selbstbewusst ihre Forderungen. „Sie begegnen den Unternehmen zunehmend auf Augenhöhe“, weiß Frank Hassler, Geschäftsführer von XING-E-Recruiting.

Weg von Prestige hin zu postmateriellen Einstellung
Auch verändert sich vor allem bei jüngeren Arbeitnehmern die Einstellung zur Arbeit. Während einst Fachkräfte mit hohem Gehalt und Firmenwagen gelockt wurden, legen Berufseinsteiger inzwischen mehr Wert auf postmaterielle Dinge wie Homeoffice-Möglichkeiten, Sabbaticals, flexible Arbeitszeiten oder Mitspracherecht.

„Wenn man sich als Fachkraft die Arbeit aussuchen kann, ist zwar das Gehalt nach wie vor wichtig, aber mindestens genauso wichtig ist ein Arbeitgeber, bei dem sie sich verwirklichen können und wo ihnen die Arbeit wirklich Spaß macht“, so Hassler.

„Proaktiv statt reaktiv“
Mit dem Fachkräftemangel und dem zunehmenden Einstellungswandel der Arbeitnehmer haben sich auch die Personalbeschaffungsmaßnahmen geändert. Fachkräfte habe man früher über Stellenausschreibungen gesucht und gefunden. Doch diese Methoden funktionieren so nicht mehr.

Um sich diesen neuartigen Herausforderungen zu stellen, sei es wichtig, dass Firmen das volle Potenzial der Digitalisierung ihres HR-Bereichs ausschöpfen. Dazu gehöre auch, bisherige Personalbeschaffungsprozesse zu überdenken und mit neuen Werkzeugen zu messen, erklärt Hassler.
Der Experte legt Unternehmen ans Herz, ihr Recruiting neu aufzustellen: „von reaktiv zu proaktiv“, wie Hassler es formuliert.

Personaler sollten demnach nicht mehr nur Stellenausschreibungen schalten und warten, bis sich Fachkräfte bewerben, sondern letztendlich dort sein, wo sich auch potenzielle Kandidaten befinden. Die sind zum Beispiel aktiv auf XING, einem sozialen Netzwerk, das es seinen Mitgliedern ermöglicht, berufliche Kontakte zu pflegen und zu knüpfen.

Wenn „Pull-und-Push“ zum Tragen kommt
XING ist eine Onlineplattform, auf der sich Berufstätige kostenlos anmelden, ein Profil anlegen und dieses analog zu einem Lebenslauf mit beruflichen Stationen, Abschlüssen und Qualifikationen befüllen können. Aufgrund der großen Mitgliederschaft von 13 Millionen Menschen allein im deutschsprachigen Raum haben Unternehmen die Möglichkeit, über umfangreiche Suchfilter interessante Kandidaten zu finden und zu kontaktieren.

Gleichzeitig haben XING-Mitglieder die Chance, einen authentischen Blick hinter die Kulissen der Arbeitgeber zu werfen. Damit käme das so genannte Pull-und-Push-Prinzip zum Tragen, so Hassler.

Mittels der verschiedenen Produkte des beruflichen sozialen Netzwerks können Recruiter beispielsweise mit dem Talentmanager gezielt nach potenziellen Kandidaten suchen, indem sie verschiedene Filterfunktionen wie Umkreis- oder Stichwortsuche nutzen. Das Besondere dabei ist, dass sie auf diese Weise auch jene Fachkräfte anschreiben können, die nicht aktiv auf Jobsuche, aber neuen beruflichen Herausforderungen gegenüber nicht abgeneigt sind. Das ist vor allem im hart umkämpften Arbeitsmarkt ein guter Weg an qualifiziertes Personal zu gelangen.

Gerade heute gilt es für Unternehmen, den Anschluss nicht zu verpassen und die Personalarbeit auf die Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung einzustellen. Mit den vielfältigen innovativen HR-Tools will XING Unternehmen bestmöglich im Wettkampf um die besten Köpfe unterstützten.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit The Business Debate Korrespondenten Ralph Szepasnki und unserem Interviewpartner Alexander Hassler, Geschäftsführer von XING-E-Recruiting, gefilmt.

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