Social Challenges

Silodenken Bremst Innovation

Warum das A-Team alles richtig macht

Teamziele sollten an erster Stelle stehen – so die Theorie. Doch in der Praxis denken, entwickeln und arbeiten viele Abteilungen für sich in Silos. Dadurch werden Innovationen und Zukunftsfähigkeit behindert. Kollaboration stellt für Unternehmen oft eine große Herausforderung dar. Zu knapp ist die Zeit, zu begrenzt die Ressourcen, zu groß die Barrieren für einen kulturellen Wandel.

Studien ergeben: Entgegen vieler ambitionierter Konzepte herrschen in vielen Unternehmen häufig noch überholte Strukturen, Sichtweisen und Methoden vor. Die These: Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und stehen Veränderungen erstmal skeptisch gegenüber.

Gefahren des Silodenkens

Das Problem bei festgefahrenen Strukturen ist jedoch, dass Teams für sich bleiben, sich nicht austauschen und somit keine Zusammenarbeit über die Abteilungsgrenzen hinweg stattfindet. Mit Sätzen wie: „Dafür bin ich nicht zuständig“ oder „Never change a winning system” verhindert man nicht nur das Engagement einzelner Teammitglieder, sondern bremst auch Innovationen aus. Gute Ideen bleiben ungehört und Erfolge auf der Strecke. Das schadet dem Gesamterfolg des Unternehmens und somit der Zukunftsfähigkeit.

Und doch ist das Aufbrechen der Silostruktur, hin zum dezentralen übergreifenden Miteinander ein maßgebliches Ziel in einer erfolgreichen Transformation zum Unternehmen 4.0. Digitale Prozesse spielen hierbei eine ausschlaggebende Rolle. Laut IHK und DIHK sehen mehr als zwei Drittel aller deutschen Unternehmen klare Chancen durch Digitalisierung hinsichtlich Kundenbeziehungen, Produkt- und Marktentwicklungen und Geschäftsprozessen.

Laut der IHK-Studie „Unternehmensbarometer Digitalisierung 2017“, durchgeführt mit rund 1.800 Betrieben, erwarten 67 Prozent der Unternehmen Chancen durch neue Geschäftsmodelle. 87 Prozent gehen davon aus, dass die Digitalisierung den Einsatz zusätzlichen Kapitals erfordern wird. Ebenso viele sehen die Notwendigkeit, Mitarbeiter weiterzubilden.

 

Innovative Ansätze sind gefragt
Laut einer Studie von Pierre Audoin Consultants sehen immer noch viele Unternehmen durch digitale Transformation vielmehr den Verlust von Marktanteilen statt der sich daraus ergebenden Geschäftsmöglichkeiten. Deswegen sind in Zeiten des digitalen Wandels vor allem Veränderungen der Unternehmensstruktur und -kultur unabdingbar, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Weg dazu liegt in der Agilität des Unternehmens.

Wer nämlich agil ist, kann auch auf schnelle Änderungen im Markt reagieren. Doch wie bringe ich diese Beweglichkeit ins Unternehmen? „Indem Firmen ihre Silos aufbrechen und eine vernetzte Organisation schaffen“, sagt Dr. Peter Buhrmann, Geschäftsführer von ThoughtWorks Deutschland.

Cross-funktionale Teams und die Kombination aus unterschiedlichen Kompetenzen können dabei sehr hilfreich sein. Jeder übernimmt eine bestimmte Rolle und hilft in kritischen Situationen aus. Dabei verfolgen alle dasselbe Ziel, so wie optimal vorgeführt in der Kultserie der 1980er, das „A-Team“. In der agilen Softwareentwicklung greift der gleiche Ansatz cross-funktionaler Teams, so Buhrmann. So arbeiten beispielsweise Softwareentwickler eng mit dem Fachbereich Produktmanagement in einem gemeinsamen Team und entwickeln so digitale Produkte. Dabei stellen sie sich auftretenden Problemen gemeinsam – ganz im Sinne einer erfolgreichen Kollaboration.

A wie Action – und Agilität
Auch das Software-Unternehmen ThoughtWorks unterstützt Unternehmen dabei, sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen und sie weiterzuentwickeln. Dafür verwendet das Team moderne und marktführende Technologien sowie ein agiles Vorgehen. Mit Hilfe von Ansätzen wie Digital Strategy, Service Design, Lean Product Development, Customer Research und Testing werden digitale Lösungen für neue Geschäftsmodelle, bessere Produkte und Services entwickelt.

In agilen, cross-funktionalen Teams erarbeitet ThoughtWorks gemeinsam mit seinen Kunden digitale Produkte innerhalb kürzester Zeit.

Dr. Buhrmann von ThoughtWorks ist davon überzeugt, dass jene Unternehmen mittel- bis langfristig am Markt untergehen werden, die heute ihre Produktkette traditionell halten, sich nicht nach den Wünschen ihrer Kunden richten oder Prozesse an alten Vorgaben und Verantwortlichkeiten ausrichten.

Laut Dr. Buhrmann sind es im Wesentlichen drei Knackpunkte, die für den Erfolg wichtig sind. Zum einen brauchen wettbewerbswillige Unternehmen befähigte Teams, um digitale Produkte zu liefern. Zum anderen eine digitale Plattform, um eigene Ideen den Kunden anzubieten; und darüberhinaus verstandene und gelebte Agilität.

Die gute Nachricht: Unternehmen, die sich so an der Spitze ihrer jeweiligen Märkte positionieren, profitieren dabei in mehrfacher Hinsicht. Sie können mit der rasanten globalen Innovationsgeschwindkeit mithalten und gleichzeitig flexibel handeln und kundenrelevante Produkte entwickeln und schnell an den Markt bringen.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit The Business Debate Korrespondent Dr. Martin Roos und unserem Interviewpartner Dr. Peter Buhrmann, Geschäftsführer von ThoughtWorks Deutschland, gefilmt.

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