Technologie

Digitalisierung der Banken

Beim Roboter den Kontostand erfragen?

Digitalisierung und künstliche Intelligenz machen auch vor dem Bankensektor nicht halt. Die Entwicklungen sind rasant. Neben klassischem Onlinebanking könnten bald Chatbots die Kundenbetreuung übernehmen.

Banking – jederzeit und überall
Überweisung ausfüllen, zur Bank bringen und dann Kontoauszüge ziehen. Das gehört für immer mehr Menschen längst nicht mehr zum Alltag. Sie nutzen die Möglichkeiten des Onlinebankings, ob von zuhause oder unterwegs mit dem Smartphone. Die Anforderungen an modernes Banking haben sich verändert. Kunden möchten ihre Bankgeschäfte überall und jederzeit erledigen, unabhängig von Filialöffnungszeiten. Bereits 38 Millionen Deutsche nutzen die Onlinebanking-Angebote ihres Instituts ergab eine Hochrechnung von Bitkom Research für das Jahr 2016.

Die Digitalisierung macht auch vor den Finanzinstituten nicht halt und verändert das Banking derzeit stark. Noch vor wenigen Jahren standen sichere Online-Überweisungen im Fokus, heute möchte der Kunde überall und zu jeder Zeit alle seine Bankgeschäfte erledigen. Dazu gehören neben Überweisungen auch die Depotverwaltung und direkte Bezahlvarianten. Wichtig sind dabei aber auch die Aspekte wie Sicherheit, Transparenz, Service und Nutzerfreundlichkeit. Eine große Herausforderung für Banken und die dazugehörige IT-Branche.

Teil der rasanten Entwicklung ist die künstliche Intelligenz, die unter anderem mit Chatbots große Veränderungen im Kundenkontakt bedeutet. Chatbots sind textbasierte Dialogsysteme, sie könnten an vielen Stellen die persönliche Beratung ersetzen und beispielsweise Überweisungsaufträge oder Abfragen zum Kontostand entgegennehmen. „ Wir sind davon überzeugt, dass man in wenigen Jahren bei einem normalen Gespräch nicht mehr unterscheiden kann, ob man mit einem Roboter oder Menschen spricht“, sagt Klaus-Peter Bruns, Vorstandsvorsitzender der Fiducia & GAD IT AG, dem IT-Dienstleister in der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Der Berater als Mensch würde dadurch aber nicht verschwinden. Vielmehr werden sich seine Aufgabenbereiche verschieben. „Er wird mehr zu einem Lebensberater für langfristige finanzielle Entscheidungen“, so Bruns.

Nächste Generation der künstlichen Intelligenz
Mit dieser Zukunftsvision steht der gelernte Informatiker und Betriebswirt nicht alleine. Sieben von zehn Managern erwarten, dass künstliche Intelligenz bis zum Jahr 2025 einen großen bis sehr großen Einfluss auf die Unternehmensstrategie haben wird. Dabei geht es den meisten Unternehmen um die Beherrschung der Datenflut und die Reduzierung der Arbeitskosten. Das sind die Kernergebnisse einer Studie, für die Sopra Steria Consulting im Februar 2017 über 200 Geschäftsführer, Vorstände und Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern befragt hat.

Ein Beispiel der neuesten Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz ist der Chatbot „Sarabi“. Es ist ein persönlicher Assistent, der per Sprachsteuerung oder Texteingabe zum Beispiel Geld überweisen oder den Kontostand anzeigen kann. Das System navigiert den Anwender zum nächsten Geldautomaten und zeigt Kundenkarten von Einzelhändlern an. Auch informiert es aktiv über Kontobewegungen wie etwa den Eingang des Gehalts. Aber „Sarabi“ kann noch mehr. Zum Beispiel: Brötchen beim teilnehmenden Bäcker um die Ecke bestellen und direkt online bezahlen. Das Programm ist ein Beispiel für die Banking-Programme von Morgen. Entwickelt wurde „Sarabi“ von der Fiducia & GAD IT AG, zu deren Kundenkreis unter anderen alle rund 1000 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland zählen.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit unserem The Business Debate Korrespondenten Dr. Martin Roos und unserem Interviewpartner Klaus-Peter Bruns, Vorstandsvorsitzender der Fiducia & GAD IT AG, gefilmt.

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