The Internet Era

Cyber-Wochenende zwang Logistik in die Knie

Black Friday und Cyber Monday 2017: Der deutsche Einzelhandel schätzt die Ausgaben pro Kopf an diesen beiden Tagen auf rund 300 Euro. Online-Händler meldeten Verkäufe auf Rekordniveau. Eine Mammutaufgabe  für die dahinter operierende Logistik – „Bienen“ können helfen.

Wer bisher die Schlagworte Black Friday und Cyber Monday allein dem Online-Handel oder gar nur Amerika zugeschrieben hat, rieb sich dieses Jahr die Augen: Werbeblätter von Karstadt, Kaufhof und vielen anderen Handelsketten verkündeten Rabatte von bis zu 50 Prozent. Der deutsche Einzelhandel schätzt den Umsatz am Cyber-Wochenende auf 1,7 Milliarden Euro, was rund 300 Euro pro Kopf entspricht. Zum Vergleich: In den USA wurden am Black Friday 2,36 Milliarden Dollar und am Cyber Monday 3,36 Milliarden Dollar umgesetzt.

Dieser Online-Boom macht die Logistik schnell zum Flaschenhals und führte nach dem Cyber-Wochenende teils zu massiven Lieferverzögerungen. Einige Logistiker richteten daher präventiv Abnahme-Obergrenzen ein, andere bringen mehr Fahrzeuge auf die Straße. So sind dieses Jahr in Deutschland 25.000 Paketzusteller mehr unterwegs. Es gilt, vor Weihnachten täglich 15 Millionen Pakete zu bewegen. Der Lieferdienst UPS kündigte bereits vorab lange Lieferzeiten auf seiner Webseite an.

Die IT für den Ansturm wappnen
Nicht nur die Belegschaft, auch die Technik will fit sein für das Online-Geschäft in der Weihnachtszeit. Um IT-Lastspitzen abzufedern, setzen viele Unternehmen auf zusätzliche Cloud-Ressourcen für Sales, Marketing und E-Commerce. Webseiten müssen den Besucherandrang aushalten können und sich vor allem schnell aufbauen: Ist eine Seite nicht innerhalb von drei Sekunden geladen, sind laut Akamai [LINK: https://www.akamai.com/uk/en/about/news/press/2017-press/akamai-releases-spring-2017-state-of-online-retail-performance-report.jsp ] fast 50 Prozent der mobilen Nutzer weg. Der Online-Shopper verliert schneller die Geduld, das müssen Unternehmen einkalkulieren.

Immer wichtiger wird auch die individuelle Kundenansprache; persönlicher und schneller Kundenservice und natürlich Logistiktransparenz, damit man immer weiß, wo das Paket gerade ist. In dieser Echtzeitverarbeitung von Daten liegt nicht nur die Chance, Kundenbande mit einem positiven Service-Erlebnis zu stärken, sondern vor allem Logistikabläufe zu optimieren, Fehler zu vermeiden und jede Menge Geld zu sparen.

 

Schwarze Löcher in der Logistik vermeiden
Unternehmen, die ihre Güter – ob Lebensmittel, Medizinprodukte oder Luxusartikel – rund um den Globus transportieren, wissen oft nicht, wo sich die Ware aktuell befindet oder welchen Bedingungen sie ausgesetzt ist. Die Folge: 850 Milliarden Euro Schaden jährlich wegen Unterbrechung der Kühlkette.

Durch fehlende Informationen erreichen 30 Prozent aller Lieferungen weltweit nicht rechtzeitig ihr Ziel und Frachtdiebstahl kostet Unternehmen laut FBI weltweit satte 30 Milliarden Euro pro Jahr. Das alles lässt sich vermeiden.

Bienen im Internet der Dinge
Die Antwort lautet: Internet der Dinge (IoT). Unterstützung bieten etwas T-Systems und Roambee mit ihrer Transportüberwachungslösung [LINK: http://roambee.t-systems-service.com/ ]. Das System, bestehend aus Hardware und Cloud basierter Anwendung, ist skalierbar, innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit und ermöglicht die Überwachung und Analyse von Gütern und Waren in Echtzeit.

Das Gros der Arbeit erledigen die so genannten „Bees“ (Bienen); tragbare, funkbasierte Sensoren, die an Waren und Gütern angebracht werden. Neben dem genauen Standort messen sie alle relevanten Daten wie Temperatur, Erschütterungen, Licht oder Feuchtigkeit. Werden vorab definierte Grenzwerte überschritten oder eine bestimmte Route verlassen, löst das System Alarm aus. Der Trailer-Hersteller Schmitz Cargobull konnte die Technik sogar nutzen, um Kraftstoffdiebstähle aufzuklären.

Die Zukunft ist smart
Gleichzeitig zeigt die Digitalisierung im Handel auch andere Züge: So experimentiert Amazon Go im stationären Handel mit dem intelligenten Einsatz von Kameras, die eine Bezahlung per Gesichtserkennung ermöglichen sollen. Auch deutsche Supermarktketten testen auf KI beruhende Systeme, die das Einkaufen im Markt individueller steuern und das Zahlen zum Beispiel per Smartphone automatisieren sollen.

Die Digitalisierung hält weiter Einzug in Handel und Logistik. Genau deshalb gilt es für Unternehmen, sich intensiv mit Lösungen für das IoT zu befassen. Besser heute als morgen.

Mehr Informationen zum Internet der Dinge finden Sie hier.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit The Business Debate Korrespondenten Dr. Martin Roos und unserem Interviewpartner Ingo Hofacker, Senior Vice President Internet of Things von T-Systems Digital Division, gefilmt.

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