Technologie

Autovermietung 4.0: Vernetzte Leihwagen

Auf neuen Wegen mit Connected Cars

Die Fahrzeuge von heute denken mit. Und so ist es keine Zukunftsvision mehr, dass um die Ecke geparkte Autos bereits am Büroschreibtisch starten und die Office-Beleuchtung via Messenger ganz bequem vom Fahrersitz aus gesteuert werden kann. Die zunehmende Technisierung und Vernetzung macht auch vor der Autovermietungsbranche nicht halt – und hier werden mit Connected Cars neue und komfortable Mobilitätslösungen geschaffen.

Industrie 4.0 hält Einzug in die Automobilbranche
Die zunehmende Smartifizierung als Konsequenz der sich ausbreitenden Verstädterung bringt entscheidende Veränderungen mit sich, die die Lebensqualität des Einzelnen verbessern, wertvolle Zeit sparen und durch ökonomischer eingesetzten Energieverbrauch auch die Umwelt schonen. Heute nehmen weiterentwickelte Geräte wie smarte Waschmaschinen oder Kühlschränke dem Menschen Arbeit ab, indem sie „mitdenken“. Die Industrie 4.0 schafft durch den hohen technologischen Fortschritt neue Möglichkeiten und hält auch Einzug in die Automobilbranche.

„Der Übergang zur Mobilität als Dienstleistung vorangetrieben durch Telematik und Big Data, wird zu weitreichenden Änderungen in der Autovermietungsbranche und der gesamten Automobilindustrie führen“, prognostiziert Martin Gruber, Managing Director der Avis Autovermietung in Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen und der Tschechischen Republik. Im Bereich der Vernetzung sieht er hier wichtige Neuerungen auf die Autofahrer zukommen – wie die Connected Car-Technologie.

Vereinfachte Prozesse beim Carsharing und Rent-a-car

Auch wenn die technischen Standards und das Dienstleistungsspektrum rund um die Autovermietung sich in den letzten Jahren verbessert haben, hat sich am Vorgang selbst nicht wesentlich etwas verändert. Der Kunde geht auch heute noch zum Schalter, unterschreibt die Vertragsunterlagen und nimmt dann die Schlüssel des Mietwagens in Empfang. Dieser Prozess wird jedoch in Zukunft erheblich vereinfacht und Autovermietung somit erweitert. „Eine statische Firmenflotte, wie sie einst üblich war, ist für die meisten Unternehmen unwirtschaftlich“, stellt Gruber fest.

Vor allem in der Geschäftswelt seien nicht nur klassische Mietlösungen, sondern auch „ganzheitliche Mobilitätskonzepte“ gefragt. Das hat auch das Unternehmen Avis erkannt und bietet zusammen mit Zipcar ein kurzfristiges Auf- und Abstocken von firmeneigenen oder durch den Vermieter gestellten Fahrzeugen an.

 

Smarte Fahrzeuge für mehr Lebensqualität
Im Zuge der fortschreitenden Technologien werden auch smarte Autos wie die Connected Cars bald auf der Überholspur sein. Die meistens neu produzierten, vernetzten Fahrzeuge sind ganz unkompliziert anzumieten und bieten dank einer großen Vielzahl an Features und Bedienmöglichkeiten einen erheblich verbesserten Fahrkomfort und sparen außerdem Zeit. Wer einmal ein Kundenprofil bei Avis Preferred erstellt hat, muss keine zusätzlichen Formalitäten mehr erledigen. „Die daraus resultierende Zeitersparnis ist für Firmenkunden oft bares Geld wert“, erklärt Gruber.

Eine uneingeschränkte Kommunikation zwischen Fahrer, anderen vernetzten Autos und dem Fuhrparkbetreiber ist dank des im Wagen integrierten Internet- und WLAN-Anschlusses möglich. Über eine spezielle App, die auch Avis in seinem Portfolio anbietet, können Mitglieder von Avis Preferred bereits in ausgewählten Ländern schneller ihren Mietwagen anmieten, selbstständig ihr Fahrzeug auswählen sowie Abgabezeit und -ort während der Anmietung festlegen oder schnell abändern. Zudem wird es in der Zukunft möglich sein, das Auto mithilfe der App auch ohne Schlüssel zu öffnen.

Mehr Sicherheit durch intelligente Vernetzung
Das hochtechnologisch gebündelte Wissen der Connected Cars ermöglicht auch eine erleichterte Navigation per Satellit und eine Verständigung des Autos mit intelligenten Verkehrszeichen, was zur Sicherheit im Straßenverkehr beitragen soll. Um diese fortschrittlichen Technologien auch unter realen Bedingungen zu erproben, hatte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bereits 2015 das „Digitale Testfeld Autobahn“ auf der A9 zwischen München und Nürnberg eingerichtet. Das Testfahrzeug kommunizierte über eine Echtzeit-Mobilfunkverbindung mit dem Server der bayrischen Zentralstelle für Verkehrsmanagement (ZVM), um automatisch relevante sowie aktuelle Informationen der Wechselverkehrszeichen zu erhalten.

Armin G. Schmidt, CEO von ATS Advanced Telematic Systems, betont: „Im Rahmen dieses Projekts zeigt sich die Wichtigkeit einer Standardisierung für die Datenübertragung zwischen Infrastruktur und Fahrzeugen. Der Austausch der Daten zwischen Fahrzeugen, also auch zwischen unterschiedlichen Herstellerplattformen, erfordert eine Standardisierung, die weiter vorangetrieben werden muss.“

Martin Gruber ist davon überzeugt, dass das vernetzte Fahren das Potenzial hat, diverse Branchen grundlegend zu verändern. Es sei hier wichtig, dass alle ihr Wissen bündeln und neue Möglichkeiten erforschen und nutzen.

Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit The Business Debate Korrespondenten Dr. Martin Roos und unserem Interviewpartner Martin Gruber, Managing Director der Avis Autovermietung in Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen und der Tschechischen Republik, gefilmt.

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